Sommer in der Goldenen Stadt Prag

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Sonne, Strand und Meer heißt die Devise für die meisten Touristen im Sommerurlaub. Ebenso reizvoll kann aber ein Städteurlaub in der Hochsaison sein. Besonders zu empfehlen ist sicherlich die wahrscheinlich schönste Hauptstadt Europas, Prag, die Goldene Stadt an der Moldau. Wer nun glaubt, gerade im Sommer ist es in einer Metropole wie der tschechischen Hauptstadt derart heiß, dass der Urlaub zur Qual werden kann, sieht sich getäuscht. Die dunklen, schattigen Gässchen der Altstadt, gesäumt mit hunderten von Straßencafes sorgen für ausreichend Entspannung der gestressten Urlauber. Eine Schiffsfahrt auf der Moldau sorgt ebenfalls für eine kühle Brise. Wem es doch einmal zu warm wird, kann man einfach ein paar Tagesausflüge ins Umland buchen, beispielsweise an den Machasee nach Doksy. Dort treffen sich im Sommer tausende junge Touristen, um an den modern sanierten Stränden die Sonne zu genießen. Tagesausflüge nach Ceske Krumlov, der historischen Stadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, sind ebenso lohnenswert, wie ein Ausflug auf die nahegelegene Burg Karlstein bei Beroun. Die Wälder dort laden zu ausgiebigen Spaziergängen in der Natur ein. Selbstverständlich hat Prag selbst zahlreiche Sehenswürdigkeiten, deren Besichtigung für jeden Touristen ein absolutes Highlight ist.

Die Prager Burger – Der Hradschin

Die Prager Burg auf dem Berg Hradschin ist nicht nur offiziell der Sitz des tschechischen Staatspräsidenten, seit über 1000 Jahren ist es das politische und kulturelle Zentrum des ganzen Landes. Wer das wahrscheinlich größte Burgareal der Welt erkunden will, sollte gut zu Fuß sein. Der Anstieg über die Schloßsteige kann gerade im Sommer ziemlich anstrengend sein. Am Gipfel angekommen, wird man aber mit einer einmaligen Aussicht über die Goldene Stadt belohnt. Zahlreiche Cafes und Restaurants am Aufstieg laden zum erholenden Verweilen ein. Bei einem kräftigen tschechischen Bier kann für die letzten Meter Kraft gesammelt werden.

Die Prager Burg ist in drei Schlosshöfe unterteilt. Wenn die Nationalflagge über der Burg weht, ist der Staatspräsident übrigens im Hause. Innerhalb der Prager Burg finden Touristen viele weitere Sehenswürdigkeiten. Nach dem Aufstieg empfiehlt es sich aber, es erst einmal etwas ruhiger angehen zu lassen und durch die zahlreichen Gartenanlagen zu schlendern. Die bekanntesten grünen Oasen auf dem Hradschin sind der Königs- und Paradiesgarten. Die Burg, die ihren Charakter als derer im Laufe der Jahrhunderte nie verloren hat, ist heute eine Ansammlung von mehreren Gebäuden. Touristische Anziehungspunkte sind der Veitsdom, die Ehrenhöfe, die Nationalgalerie, die Heilig-Kreutz-Kapelle und der Gedenkobelisk der Opfer des ersten Weltkrieges. Errichtet wurde die Prager Burg im 9. Jahrhundert und hat ihr Aussehen und ihre Gestalt stetig verändert. Ihren Charme hat sie jedoch nie verloren.

 

Das Goldene Gässchen

Wer den Abstieg ins Zentrum wagt, kann den Weg durch die berühmteste Straße Prags wählen – dem Goldenen Gässchen. Offiziell gehört die Strasse noch zum Burgareal. Die Häuser sind hier so klein, dass man glaubt in der kleinsten Strasse der Welt zu sein. In den bunten kleinen „Hexenhäuschen“ können Touristen vor allem landestypische Souvenirs und Andenken an Prag kaufen. Aber auch kleine Handwerker, wie Uhrmacher und Goldschmiede, sind noch immer in der Straße vertreten. Wer eines der Häuschen betreten will, sollte nie vergessen, den Kopf einzuziehen, sie sind wirklich klein, bilden aber eines der schönsten Fotomotive für Urlauber.

Berühmtester Bewohner des Goldenen Gässchens war der tschechische Schriftsteller Franz Kafka. In den Jahren 1916 und 1917 bewohnte er das Haus Nummer 22. Die kleinen Gebäude wurden im 16. Jahrhundert auf Anordnung von Kaiser Rudolph II gebaut. Anfangs wohnten dort Wachen und Personal der Prager Burger, später zogen zahlreiche Goldschmiede in die Straße. In tschechischer Sprache heißt das Goldene Gässchen übrigens Zlata Ulicka.

 

Der Wenzelsplatz

Mittelpunkt des kulturellen Lebens ist zweifelsohne der Wenzelsplatz (Vaclavske namesti) benannt nach dem heiligen Wenzel. Der Platz, der mit einer Länge von über 700 Metern, eher ein Boulevard ist, wird gesäumt von architektonisch einmaligen Gebäuden im Barock und Jugendstil. Bis spät in den Abend ist der Boulevard ein beliebter Anlaufpunkt für Touristen. Kaufhäuser, Bars, Hotels, Cafes, kleine Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants laden teilweise 24 Stunden am Tag zum Verweilen ein.

Am oberen Ende des Wenzelsplatzes wurde 1890 das Neorenaissancegebäude des Nationalmuseums errichtet. Wenige Meter darunter befindet sich das Wenzelsdenkmal. Es ist für viele Prager und Touristen ein beliebter Ort für Verabredungen. Diesen markanten Punkt in der Stadt werden auch ortsfremde nicht verfehlen.

 

Das Altstädter Rathaus mit seiner astronomischen Uhr

In der südöstlichen Ecke des Altstädter Ringes versammeln sich stündlich zahlreiche Touristen mit Fotoapparaten, um das Schauspiel der bekannten astronomischen Uhr (Orloj) am Altstädter Rathaus nicht zu verpassen. Die Uhr aus dem Jahre 1410 wurde im 17. Jahrhundert mit beweglichen Figuren ergänzt, den zwölf Aposteln. Deren Prozession setzt sich zu jeder vollen Stunde in Bewegung. Ein Magnet für Prag Urlauber.

Das Rathaus selbst kann ebenso besichtigt werden. Insbesondere der Aussichtsturm bietet einen einmaligen Blick über die Altstadt. Der Bau im gotischen Stil begann im Jahr 1381 und beeindruckt vor allem durch seine markanten Rund- und Spitzbogenfenster. Im zweiten Weltkrieg wurden sowohl das Gebäude als auch die astronomische Uhr stark beschädigt und mussten komplett renoviert werden.

 

Die Karlsbrücke

Die Karlsbrücke ist ein absolutes Muss für jeden Prag-Besucher. Sie verbindet die Stadtteile Mala Strana (Kleine Seite) und Stare Mesto (Alte Stadt) über die Moldau. Sie ist fast rund um die Uhr belebt und nur für Fußgänger zugelassen. In früheren Jahren wurde sie auch von Pferdekutschen und der Straßenbahn genutzt. Die Karlsbrücke zählt zu den ältesten Steinbrücken Europas und wird beiderseitig von Türmen begrenzt.

Die Grundsteinlegung erfolgt am 9. Juli 1357 um 5.31 Uhr morgens, einen von Astronomen ausgerechneten günstigen Datum. Die Brücke ist ein kleines Freilichtmuseum, da sie von zahlreichen heiligen Figuren gesäumt wird. Die bekannteste ist die des heiligen Jan Nepomuk, der an dieser Stelle in die Moldau geworfen wurde. Auch Nachbildung von Kaiser Karl IV und seinem Sohn Wenzel IV sind auf der Karlsbrücke zu finden.

 

Der Altstädter Ring

Der Altstädter Ring ist ein beliebter Treffpunkt im Prager Zentrum. Der 9000 Quadratmeter große Platz ist fast zu jeder Tag- und Nachtzeit bevölkert. Vor den verzierten Fassaden der Häuser finden die Gäste fast zu jeder Jahreszeit Straßencafes und Restaurants. Neben dem Rathaus hat der der Altstädter Ring noch weitere Sehenswürdigkeiten, wie die Teynkirche, das Palais oder das Haus zur Steinernen Glocke zu bieten. In der Mitte des Platzes befindet sich das Denkmal für Jan Hus. Die Renaissance- und Barockbauten am Altstädter Ring entstanden vorwiegend im 12. Jahrhundert.

 

Prager Pulverturm

Den Namen verdankt der Pulverturm seiner Geschichte. Im 17. Jahrhundert wurde dort Schwarzpulver gelagert. Der 65 Meter hohe Turm zählt zu den 13 Befestigungstürmen die Prag einst umgaben und ist das Tor auf der königlichen Route durch die Altstadt über die Karlsbrücke hinauf zum Hradschin. Der Bau des gotischen Turmes begann bereits im Jahre 1475. Sein heutiges Erscheinungsbild hat er seit zirka 200 Jahren.

 

Der Veitsdom

Der Veitsdom in der Prager Burg gelegen, ragt mit seinen 99 Metern hoch gen Himmel. Eine bessere Aussicht über die Goldene Metropole können Touristen nicht finden. Der gotische Bau wurde im Jahr 1344 unter dem französischen Baumeister Matthias von Arras begonnen und später von vielen anderen Handwerksmeistern weitergeführt. Es dauerte fast 100 Jahre bis der Grundstock und der Chor fertig gestellt waren. Endgültig beendet wurden die Arbeiten erst im Jahre 1929.

Im Dom befindet sich mit der 17 Tonnen schweren Sigismundglocke die schwerste Glocke Tschechiens. Das prunkvolle Innere des Veitsdom beeindruckt die Besucher immer wieder aufs Neue. Einzigartig ist die mit Halbedelsteinen und vergoldetem Stuck verkleidete Wenzelskapelle. Die böhmischen Kronjuwelen sind ebenfalls im Veitdom gelagert.

 

Loreto

Das Loreto wurde im 17. Jahrhundert errichtet und ist eine Wallfahrtsstätte der tschechischen Hauptstadt. Die Besuchermagneten sind das Heilige Haus, das Glockenspiel, die Schatzkammer und die Christi Geburt Kirche. Gestiftet wurde der gesamte Komplex von Regina Katherina von Lobkowicz.

Im Heiligen Haus befindet sich beispielsweise eine Monstranz aus Wien von 1699, die mit insgesamt 6222 Diamanten geschmückt ist. Das Glockenspiel des Loreto wurde im 17. Jahrhundert in Amsterdam erstellt und in den barocken Turm eingebaut. Das heilige Haus selbst ist ein fensterloses kleines Gebäude. Es ist ein Nachbau des Casa Santa in der italienischen Gemeinde Loreto.

 

Der Petrin Turm

Der 60 Meter hohe stählerne Aussichtsturm ist ein beliebtes Wanderziel innerhalb von Prag. Genau zwischen dem Hradschin und dem Strahov-Stadion gelegen erinnert der Petrin Turm ein wenig an den Pariser Eifelturm. Die Fertigstellung des Turmes 1891 erfolgte nur wenige Jahre nach dem großen Vorbild in Frankreich. Die Aussichtsplattform erlaubt den Besuchern einen atemberaubenden Blick über die Dächer der Goldenen Stadt. Der Turm, der nach dem Berg Petrin benannt wurde, ist über 299 Stufen oder über eine Drahtseilbahn erreichbar.

 

Der Fernsehturm

Der Prager Fernsehturm im Stadtteil Zizkov wird von den Einheimischen nur „Baikanur“ oder „Pershing“ genannt. Seine Stahlkonstruktion erinnert an eine Rakete. Der Turm ist 216 Meter hoch, die Aussichtsplattform befindet sich bei 95 Meter. Ein Restaurant in einer Höhe von 63 Meter lädt zum gemütlichen Verweilen ein. Der Fernsehturm entstand in den Jahren 1985 bis 1992. Nachts wird er in den tschechischen Nationalfarben rot-weiß-blau angestrahlt.

 

Der jüdische Friedhof

Der alte jüdische Friedhof in Prag zählt zu den bekanntesten seiner Art in Europa. Er wurde bereits im 15. Jahrhundert in der Altstadt, genauer im jüdischen Viertel Josefov, angelegt. Die rund 12000 Grabsteine stehen sehr dicht beieinander. Aufgrund von Platzmangel wurden die Toten in mehreren Schichten übereinander bestattet. Insgesamt sind hier geschätzte 100.000 Menschen begraben.

 

Das Klementinum

Das Klementinum befindet sich nahe der Karlsbrücke und wird heute von der tschechischen Nationalbibliothek und einigen Institutionen genutzt. Der 20.000 Quadratmeter große historische Gebäudekomplex hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Er wurde unter anderem als Universität, als Jesuiten Kolleg und als Kloster genutzt. 1837 entstand im Klementinum die erste Mozart Gedenkstätte weltweit. Im Jahre 1975 wurden hier die ersten Wetterauszeichnungen der Tschechischen Republik begonnen.

 

Metro

Als Sehenswürdigkeit kann man durchaus auch die Prager Metro bezeichnen. Die Tunnel verlaufen ungewöhnlich tief, so dass die Fahrgäste unglaublich lange Rolltreppen zu den Bahnsteigen bewältigen müssen. Die U-Bahnstationen sind derartig groß, dass es teilweise bis zu zehn Zugänge gibt. Gerade für Touristen ist dies oft verwirrend.

Die Metro existiert seit 1974 und erreicht mit ihren drei Linien fast alle Stadtteile. Im Zentrum treffen sich die Linien in einem Dreieck.

 

Das Tanzende Haus

Eine Tänzerin im Kleid, die sich an einen Herrn mit Hut lehnt, so soll das neue Wahrzeichen der Stadt aussehen. Letztlich ist es aber ein Gebäude mit einem welligen Bau genau an der Moldau gelegen und beinhaltet neben einem Restaurant und einem Cafe vor allem Büros. Der Bau wurde 1996 vom Architekten Frank O. Gehry fertiggestellt. Das Nachbarhaus hat übrigens schon eine längere Tradition. Es wurde im 1900 vom Großvater des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel errichtet.

 

Das Nationaltheater

Opern, Ballet und Dramen stehen auf dem Spielplan des Nationaltheaters. Das riesige Gebäude verkörpert eindrucksvoll tschechische Kunst und Geschichte. Der erste Grundstein wurde bereits 1868 gelegt. Die erste große Eröffnung erfolgte aber erst im Jahre 1883. Nach einer vollständigen Sanierung wurde das Nationaltheater einhundert Jahre später 1983 ein zweites Mal feierlich eingeweiht.

 

Alle Sehenswürdigkeiten an der Moldau

Wer sich alle diese imposanten Sehenswürdigkeiten in Ruhe und entspannt aus der Ferne anschauen möchte, dem empfiehlt sich eine Tour auf der Moldau, vorbei an allen den Schönheiten der Goldenen Stadt.

 

Städteurlaub Prag kann günstig sein

Prag ist ein ganzjähriges Urlaubsziel. Aber gerade im Sommer bieten viele Reiseveranstalter relativ günstige Last Minute Angebote. Die Anreise in die tschechische Hauptstadt ist mit dem eigenen Auto, der Bahn oder per Flugzeug möglich. In einigen Fällen kann es lohnenswert sein, einzelne Reisesegmente, wie Hotel und Anreise, getrennt zu buchen. Viele Hotels der tschechischen Hauptstadt bieten kurzfristige Last Minute Schnäppchen für ein verlängertes Wochenende oder einen langfristigen Aufenthalt. Auch vor Ort kommen Touristen mit relativ wenig Geld aus, will man nicht in den Luxusboutiquen der Pariser Strasse shoppen. Die Preise in den Restaurants sind gegenüber anderen Urlaubszielen sehr moderat. Wenn Urlauber nicht direkt die touristischen Anziehungspunkte aufsuchen, sondern beispielsweise ein ebenso gutes Lokal in einer Seitenstraße besuchen, erhalten sie teilweise das gleiche Angebot zum halben Preis.

Berühmt sind Tschechien und natürlich Prag insbesondere auch aufgrund des Bieres. Touristen können in zahlreichen Bars und Kneipen die unterschiedlichsten Sorten testen. Bei Knödel mit Schweinbraten oder Gulasch und einem frischgezapftem Bier tauchen Urlauber ganz tief in die tschechische Lebensweise ein. Besonders empfehlenswert ist der Besuch der zahlreichen kleinen privaten Mikrobrauereien.

Wer das kühle Nass in seinem Urlaub bevorzugt, sollte einen der Kunststrände an der Moldau besuchen. Mit einem Cocktail in der Hand kann man entspannend die Sonne anbeten, mitten in einer Millionenstadt.

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