Günstiger fliegen für Geschäftsreisende

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„Im Nadelstreif auf der Holzbank“ – diese Assoziation zum Thema „Billigfluglinien für Geschäftsreisende“ entbehrt jeder Grundlage. Die günstigen Fluganbieter funktionieren zwar etwas anders als die etablierten Linien; wer es lieber ganz bequem hat, wird wohl auch die Businessclass vermissen. Dennoch handelt es sich bei den Billigfliegern keinesfalls um schrottreife Kisten, in denen die Passagiere auf Notsitzen zusammengepfercht werden, sondern eben um ganz normale Linienflugmaschinen.

Auch hungern und dürsten muss man in den Billigmaschinen nicht: Wie in ganz „normalen“ Fliegern kümmern sich auch hier Stewards und Stewardessen und das leibliche Wohl der Gäste. Eine Dienstleistung, die allerdings meist extra bezahlt werden muss. Kosteneinsparungen von bis zu mehreren hundert Euro im Vergleich zu traditionellen Linien lassen diese kleinen Unbequemlichkeiten allerdings rasch vergessen.

Wachsende Zielgruppe „Businessreisende“

Bei Ryanair ist der Anteil der Mitreisenden, die geschäftlich unterwegs sind, bereits so hoch wie der Anteil „normaler“ Fluggäste. Ryanair bietet gegen ein paar Euro Aufschlag ein Premium-Check-In an, mit dem das Einsteigen bequemer und schneller wird.

Auch die anderen Billiganbieter werden zunehmend von Unternehmen und Freiberuflern entdeckt – vorausgesetzt es handelt sich um Kurzstreckenflüge von bis zu drei Stunden. Denn alles, was darüber hinaus geht, ist bei Geschäftsreisenden, die ja schließlich fit für die Arbeit am Zielort sein sollten, naturgemäß weniger beliebt.

Bei einigen Linien sind daher schon die Mehrheit der Reisenden Geschäftskunden. Gerade Klein- und Mittelbetriebe, die sich bislang die Flugkosten für Geschäftsreisen nur schwer leisten konnten, sind neu erschlossene Zielgruppen.

Frühe Bucher fliegen am billigsten

Bei günstigen Fliegen gilt das Last-Minute-Prinzip in umgekehrter Richtung. Wer zuerst bucht, zahlt am wenigsten. Wer spät dran ist, muss tiefer in die Tasche greifen. Nach diesem Prinzip arbeiten eigentlich alle Billiganbieter. Durchschnittlich werden nur zehn Prozent aller Tickets zu den werbetauglichen Dumping-Tarifen verkauft. Wer ganz billig reisen will, muss daher mindestens einen Monat im Voraus buchen.

Am günstigsten ist die Online-Buchung. Rein ins Web, Flug anklicken und bestätigen, Kreditkartendaten eingeben und schon ist er gebucht – der günstige Flug aus dem Internet. Via E-Mail kommt die Bestätigung einschließlich einer persönlichen Nummer, mit der man am Flughafenschalter sein Ticket abholen kann.

Vorsicht bei den versteckten Kosten!

Trotz aller offenkundigen Vorteile, sollte man bei den Billiganbietern die zusätzlich anfallenden Gebühren und Steuern nicht aus den Augen verlieren! Sie können das vermeintlich billige Ticket ganz schön verteuern. Das gilt auch für die relativ teuren Umbuchungen. Extrakosten können auch dann anfallen, wenn nicht via Internet sondern am Telefon oder im Reisebüro gebucht wird. Weitere Zusatzkosten sind möglich: Bei Ryanair zum Beispiel muss man am Flughafen mit Zusatzkosten für das Check-In rechnen (Möglichkeit des Online-Check-In nutzen!). Auch die Gepäckaufgabe schlägt noch mal zu Buche.

Auch die Werbung gilt es kritisch unter die Lupe zu nehmen. Geworben wird ja gerne für das One-Way-Ticket; der Rückflug kostet natürlich noch einmal die gleiche Summe. Bei den Shuttle-Verbindungen können ebenfalls zusätzliche Kosten entstehen. Billiganbieter fliegen vorwiegend kleinere Flughäfen mit weniger Verkehr und günstigen Gebühren an. Die Transfers von diesen meist etwas abgelegenen Flughäfen sind oft etwas teurer und zeitraubender als bei den großen Konkurrenten. Allzu groß sind die Unterschiede allerdings nicht. So benötigt man etwa von Stansted nach London rund eine Stunde Fahrzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Damit kann Stansted in punkto Erreichbarkeit durchaus mit Gattwick mithalten. Zugtickets bieten viele Anbieter bereits im Flieger zum Kauf an. Das spart zusätzlich Zeit.

Extrakosten müssen auch bei den Mahlzeiten einkalkuliert werden: Die Sandwichs, die man im Flieger bekommt, sind nicht gerade billig. Auch Getränke müssen meist aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Und natürlich werden, da Billigflieger keine Businessclass anbieten, Tickets für verpasste Flüge nicht ersetzt.

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