Ein Besuch im Pfahlbau-Museum Unteruhldingen am Bodensee

Pfahlbau
© VRD - Fotolia.com
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m Pfahlbau-Museum in Unteruhldingen wird das Leben in Stein- und Bronzezeit wieder lebendig. Weit in den See hinaus stehen die Häuser auf Holzplattformen die durch Holzbrücken verbunden sind. Die originalen Überreste der Pfahldörfer liegen einige hundert Meter vom jetzigen Dorf Unteruhldingen entfernt. Sie wurden erst entdeckt, als 1955 der Franzose Jaques Cousteau die Aqualunge erfunden hat und von da an taucharchäologische Untersuchungen durchgeführt werden konnten.

In den Holzhäusern werden verschiedene Alltagsszenen gezeigt. Ob bei den Feuersteinschlägern, den Jagdwaffenherstellern oder den Bauern, bekommt man einen Eindruck von der Welt unserer Vorfahren.

Bei den Feuersteinschlägern überrascht einen die Schärfe und Effizienz der Werkzeuge, die mühsam aus den normalen Feuersteinen geschlagen wurden. Später wurden die Feuersteine zuerst in die Glut des Feuers gelegt bevor man sie bearbeitet hat. Dadurch wurde die Stabilität des Steins vergrößert. Die Beschaffenheit veränderte sich dadurch und der Stein war leichter zu bearbeiten.

Wenn man den Bereich der Bauern betritt und sich die Gerätschaften anschaut, dann erkennt man, wie mühsam und kräfteraubend das Leben eines Bauern in der Bronzezeit war. Wie mühsam jedes Korn gewonnen wurde und dann mit den Steinmühlen weiterverarbeitet. Und wie gut geht es uns heute, denn an jeder Ecke gibt es einen Bäcker, bei dem man sein Brot problemlos kaufen kann.

Bei den Jagdwaffenherstellern sind kurze und lange Speere, Keulen und die Steinschleuder zu sehen. Wer mit der Schleuder zum Jagen ging, der musste sehr genau und schnell seinen Stein werfen können. Und es wurde damit auch nur kleineres Wild und Federvieh gejagt. Größere Wildtiere wurden in der Gruppe gejagt und mit dem Speer und in Fallen gefangen.

Und manch einer der Besucher gerät ins Träumen – steht da nicht ein Mann in Fellkleidern, mit einem kurzen Speer und der Wurfschlinge bewaffnet? Bereit auf die Jagd zu gehen? Sobald er den Wald erreicht hat verschmilzt er mit der Vegetation und ist nicht mehr zu sehen. Wird ihm das Jagdglück heute hold sein und was wird er erlegen? Während man noch im Unterholz nach dem Jäger späht, dringen einem die Worte des Museumsführers wieder ins Ohr und man taucht auf aus der Steinzeit in die heutige reale Welt und weiter geht der Rundgang.

Ein Besuch im Pfahlbautenmuseum lohnt sich in jeder Jahreszeit und es ist immer wieder etwas Neues zu entdecken. Viele Schulklassen auf Ausflügen werden durch das Museum geleitet und so wird der Unterricht lebendig und interessant.

Außerdem haben die Pfahlbauten und Urzeitdörfer in verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, Schweiz, Frankreich, Österreich, Italien und Slowenien seit dem Jahr 2011 den Status des Weltkulturerbes der UNESCO erhalten. Denn durch diese Dörfer wird dem Besucher der spannende Blick in die Vergangenheit erst möglich gemacht.
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